Fünf Anfragen liegen im Postfach. Eine will „Businessfotos“. Eine „Corporate Bilder“. Eine „Imagefotos“. Eine „ein Personal Brand Shooting“. Und eine „einfach mal ein paar Bilder für die Website“.
Vier davon meinen dasselbe. Eine meint etwas völlig anderes.
Welche davon die eigene ist, klärt sich bei den meisten erst im Gespräch. Und genau deshalb landen Angebote im Postfach, die zwischen 180 und 3.500 Euro liegen und angeblich alle dasselbe beschreiben.
Hier also die Sortierung.
Was ist ein Businessportrait?
Ein Businessportrait zeigt dich. Kopf, Schultern, manchmal bis zur Hüfte. Ruhiger Hintergrund, klares Licht, direkter Blick.
Der Zweck: Menschen sehen, wer da arbeitet. Es landet auf LinkedIn, XING, im Teambereich der Website, im Impressum, in der Signatur.
Ein Businessportrait beantwortet eine einzige Frage: Wie siehst du aus, wenn du professionell auftrittst?
Typischer Umfang: 30 bis 90 Minuten, drei bis zehn finale Bilder.




Was ist Corporate Fotografie?
Corporate Fotografie arbeitet für ein Unternehmen statt für eine Person.
Dazu gehören Teamfotos in einheitlicher Bildsprache, Aufnahmen der Räume, Menschen bei der Arbeit, Produktionsabläufe, Standorte, Veranstaltungen. Die Bilder folgen dem Corporate Design: gleiche Farbwelt, gleicher Bildlook, gleiches Format über alle Abteilungen hinweg.
Der Auftraggeber sitzt meistens im Marketing. Der Umfang reicht von einem halben Tag bis zu mehreren Drehtagen.
Erkennungsmerkmal: Wenn zwanzig Personen dasselbe Hintergrundgrau brauchen, redest du über Corporate Fotografie.

Was sind Imagebilder oder Unternehmensbilder?
„Imagebilder“ gehört zu den Wörtern, die jeder benutzt und keiner definiert. Im deutschen Markt bezeichnet der Begriff meistens alle Bilder, die ein Unternehmen nach außen zeigen: Menschen, Räume, Arbeitssituationen, Atmosphäre.
Praktisch überschneidet sich das stark mit Corporate Fotografie. Der Unterschied liegt im Sprachgebrauch: Größere Firmen sagen Corporate, kleinere Betriebe und Selbstständige sagen Imagebilder.
Wenn dieser Begriff in einem Angebot auftaucht, frage nach: Wie viele Bilder, wie viele Motive, welche Nutzungsrechte? Erst diese drei Zahlen machen Angebote vergleichbar.
Was ist Commercial Fotografie?
Commercial Fotografie entsteht für Werbung. Anzeigen, Kampagnen, Plakate, Packungen, Katalogstrecken.
Hier arbeiten Teams: Konzept, Art Direction, Models, Styling, Set, Postproduktion. Die Nutzungsrechte werden einzeln verhandelt, nach Medium, Region und Laufzeit. Genau dort entstehen die Kosten, die diese Kategorie von allen anderen trennt.
Für die meisten Selbstständigen bleibt Commercial Fotografie außerhalb des Bedarfs.

Was ist ein Personal Brand Shooting?
Ein Personal Brand Shooting zeigt, wie du arbeitest.
Statt eines Porträts entsteht eine Bildstrecke: du im Gespräch, am Schreibtisch, unterwegs, in Bewegung, mit deinen Werkzeugen, in deinen Räumen. Dazu Details, Zwischenmomente, Bilder mit Platz für Text.
Der Zweck: Du hast Material für ein Jahr Social Media, für Website, Newsletter, Angebote, Vorträge und Presseanfragen. Und die Bilder erzählen zusammen eine Geschichte statt fünfmal dieselbe Pose.
Der Ablauf beginnt mit einem Vorgespräch über dein Angebot, deine Kundinnen und deine Bildsprache. Danach folgt ein Konzept, oft mehrere Outfits und Locations, meist ein halber bis ganzer Tag.
Erkennungsmerkmal: Wenn du bei jedem Social-Media-Post ein Bild suchst, brauchst du eine Bildstrecke.



Businessportrait oder Personal Brand Bildstrecke: Was brauchst du?
Die Entscheidung läuft über deinen Alltag.
Ein Businessportrait passt, wenn:
- du angestellt arbeitest und ein aktuelles Profilbild brauchst
- deine Bewerbungsunterlagen ein professionelles Bild verlangen
- deine Website ein einziges Bild von dir zeigt
- Social Media in deinem Marketing wenig Raum einnimmt
Eine Personal Brand Bildstrecke passt, wenn:
- du regelmäßig auf LinkedIn oder Instagram sichtbar bist
- deine Website mehrere Seiten mit Bildern füllt
- du Vorträge hältst, Podcasts gibst oder Presseanfragen bekommst
- deine Kundinnen sich für dich entscheiden statt für dein Produkt
- du monatlich Zeit mit der Suche nach passenden Bildern verbringst
Der nächste Punkt entscheidet häufiger als alle anderen zusammen.
Was kostet was?
Die Zahlen schwanken nach Region, Erfahrung und Nutzungsrechten. Deshalb gibt es einen separaten Post zu diesem Thema.
Was kosten gute Businessbilder – und was kostet es, keine zu haben?

Welche Begriffe beschreiben dasselbe?
Für den Alltag reicht diese Sortierung:
- Businessportrait = Businessfoto = Bewerbungsfoto = Headshot = Profilbild: ein Porträt von dir
- Corporate = Unternehmensfotografie = Imagebilder = Firmenfotos: Bilder für ein Unternehmen
- Personal Branding = Personenmarke = Markenfotografie = Brand Shooting: eine Bildstrecke über deine Arbeit
- Commercial = Werbefotografie = Kampagnenfotografie: Bilder für bezahlte Werbung
Fazit
Vor jedem Angebot steht eine einzige Frage: Soll das Bild zeigen, wie du aussiehst, oder wie du arbeitest?
Die erste Antwort führt zu einem Porträt. Die zweite zu einer Bildstrecke. Alles andere sind Vokabeln.
Schreib mir in den Kommentaren: Welchen Begriff hast du bei deiner letzten Anfrage benutzt — und hat er das getroffen, was du dir vorgestellt hast?
Und wenn du sortieren willst, was zu deinem Vorhaben passt: Ruf mich an.


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