Für die Website zahlst du 4.000 Euro. Für den Steuerberater 250 im Monat. Für die Weiterbildung im Frühjahr 1.800.
Und beim Fotografen scrollst du weiter, bis ein Angebot unter 150 auftaucht.
Dabei entscheidet dein Gesicht auf dem Bildschirm in weniger als einer Sekunde darüber, ob jemand deine 4.000-Euro-Website überhaupt liest. Forscher der Princeton University zeigten, dass Menschen nach rund einem Zehntel einer Sekunde Gesichtsansicht bereits ein Urteil über Vertrauenswürdigkeit fällen. Längeres Hinsehen ändert daran wenig. Es macht die Menschen nur sicherer in ihrem ersten Eindruck.
Reden wir also über Zahlen. Über beide Seiten der Rechnung.
Was kostet ein professionelles Businessshooting?
Der deutsche Markt spannt sich grob so auf:
150 bis 400 Euro: Express-Termin, 15 bis 30 Minuten, Standardhintergrund, drei bis fünf bearbeitete Bilder. Funktioniert für ein gutes Bewerbungsfoto oder, wenn du ganz am Anfang stehst.
500 bis 1.200 Euro: Persönliches Vorgespräch, ein bis zwei Stunden Shooting, Location oder Studio, 10 bis 20 finale Bilder, Nutzungsrechte für deine gesamte Onlinepräsenz.
1.500 bis 4.000 Euro und aufwärts: Konzept, mehrere Outfits und Settings, Team, halber oder ganzer Tag, Bildstrecke für Website, Social Media, Presse und Print über zwei Jahre hinweg.
Meine eigenen Pakete starten bei 490 für ein Schnupper-Angebot. Das Personal-Brand-Paket beginnt bei 1.500 Euro.
Warum kostet ein Shooting 300 Euro und ein anderes 3.000?
Weil der Preis die Zeit abbildet, die vor und nach dem Auslösen liegt.
Bei einem 30-Minuten-Termin bekommst du ein technisch korrektes Bild. Licht sitzt, Schärfe sitzt, Hintergrund neutral. Der Fotograf kennt dich seit sieben Minuten.
Beim größeren Paket beginnt die Arbeit Wochen vorher: Wofür brauchst du die Bilder? Wen willst du erreichen? Welche Farben laufen auf deiner Website? Welche Situationen kommen im Alltag deiner Kundinnen vor? Danach folgt ein Shooting, das Zeit für Umwege lässt — und die entstehen fast immer, weil die besten Bilder selten zuerst kommen.
Dazu kommt die Nachbearbeitung. Für zwölf finale Bilder gehen zwei bis fünf Stunden am Rechner drauf. Sichtung, Auswahl, Farbabstimmung, Retusche mit Augenmaß.
Was steckt konkret im Preis?
- Vorgespräch und Konzept: Ziel, Zielgruppe, Bildsprache, Outfits, Location
- Shootingzeit: die Stunde vor der Kamera plus Auf- und Abbau
- Technik: Kamera, Porträtobjektive, Licht, Studio oder Anfahrt
- Bildbearbeitung: Auswahl, Retusche, Formate für Web, Print und Social Media
- Nutzungsrechte: wo, wie lange und in welchem Umfang du die Bilder einsetzt
- Erfahrung: die Fähigkeit, im richtigen Moment auszulösen
Der letzte Punkt kostet am meisten und steht auf keiner Rechnung.
Was kostet es, keine guten Bilder zu haben?
Hier wird die Rechnung interessant. Denn diese Kosten stehen auf keiner Rechnung — und sie laufen monatlich weiter.
Die Anfrage, die ausbleibt. Jemand landet über Google auf deiner Seite, liest zwei Sätze, scrollt zum Porträt, sieht ein Bild aus 2019 mit anderer Frisur und schließt den Tab. Rechne einmal ehrlich: Was bringt dir ein durchschnittlicher Auftrag? 2.000 Euro? Eine einzige verlorene Anfrage pro Quartal summiert sich auf 8.000 Euro im Jahr.
Der Preis, den du senkst. Dein Auftritt zeigt eine Liga. Dein Honorar nennt eine andere. Diese Lücke merkt dein Gegenüber sofort, und Preisverhandlungen beginnen genau dort.
Die Zeit, die verpufft. Eine Podcast-Anfrage kommt rein: „Schick uns bitte ein Pressefoto.“ Du sitzt 40 Minuten in deiner Fotomediathek, findest ein Urlaubsbild aus Kroatien, croppst den Sonnenschirm weg und schickst es mit einem Satz Entschuldigung mit.
Der Post, der ungepostet bleibt. Du schreibst einen richtig guten Text. Dann fehlt das Bild. Der Text liegt seit sechs Wochen in den Entwürfen.
Die Website, die seit zwei Jahren auf „Bilder folgen“ steht. Programmierung bezahlt, Texte fertig, Launch verschoben.
Das zweite und dritte Shooting. Das 200-Euro-Shooting, das keine brauchbaren Bilder liefert, kostet dich 200 Euro plus einen halben Tag plus die Überzeugung, unfotogen zu sein. Zwei Jahre später buchst du trotzdem noch einmal.
Wie lange halten gute Businessbilder?
Zwei bis drei Jahre, wenn dein Erscheinungsbild stabil bleibt. Bei einem neuen Angebot oder Relaunch früher.
Damit ändert sich die ganze Frage. Ein Paket für 1.200 Euro, verteilt auf 24 Monate Nutzung auf Website, LinkedIn, Instagram, in Angeboten, Presseartikeln und Vorträgen: 50 Euro im Monat. Etwa so viel wie dein Handyvertrag. Für das Gesicht deines Unternehmens.
Woran erkenne ich, dass der Preis stimmt?
Drei Signale sprechen für sich: Der Fotograf stellt vor dem Angebot Fragen zu deinem Business. Die Portfoliobilder zeigen unterschiedliche Menschen, die alle wie sie selbst aussehen. Und die Nutzungsrechte stehen schriftlich im Angebot.
Ein Angebot ohne Vorgespräch verkauft dir Zeit vor einer Kamera. Ein Angebot mit Vorgespräch verkauft dir Wirkung.
Fazit
Gute Businessbilder kosten Geld. Fehlende Businessbilder kosten Aufträge, Preisspielraum und jeden Monat ein Stück Sichtbarkeit.
Die Frage lautet also selten „Was kostet das?“. Sie lautet: „Was läuft gerade weiter, während ich überlege?“
Schreib mir in den Kommentaren: Wie alt ist das Foto, das aktuell auf deinem LinkedIn-Profil steht?
Und wenn du wissen willst, welches Paket zu deinem Vorhaben passt, schreib mir.


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